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IR-Online 2001

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Mehr Offline als Online-Medium


Schließlich haben wir den Eindruck, dass nach wie vor zahlreiche Unter­neh­men übersehen, dass das Medium Internet eine andere Form der Visualisierung erfordert, als man dies von den Printmedien gewohnt ist. Indiz hierfür sind z.T. überlange, komplexe Tabellen mit einer Vielzahl an Informationen, die mit winziger Schrift und intensiver Colorierung kom­ple­xe Informationen verdeutlichen sollen. Hier würde eine Reduzierung des online-Informationsangebotes zu Gunsten ein­facher Übersichten mehr Informationsqualität schaffen.

Vor dem Hintergrund eines zum Teil sehr umfangreichen Informations- und Kommunikationsangebotes, das die Unternehmen (potentiellen) An­le­gern anbieten einerseits, und den aufgezeigten Einschränkungen und Problemen andererseits, kommen wir zu einem zwiespältigen Ge­samt­ur­teil. Die Unternehmen befinden sich zwar mehrheitlich auf einem guten Ent­wicklungspfad, jedoch sehen wir bei vielen Unternehmen eine ganze Reihe von Optimierungsmöglichkeiten.

   
  

Große Differenzen bei der Reaktion auf Anfragen

Eine Analyse der Reaktion der Unternehmen auf konkrete und detaillier­te E-mail-Anfragen von Privatanlegern ergab sehr große Unterschiede zwischen den untersuchten Unternehmen. Neben einer vergleichsweise kleinen Gruppe von Unternehmen, die vorbildhaft nicht nur sehr schnell, sondern auch umfassend und kompetent die Anliegen von Anlegern beantworten, zeigen sich bei nicht wenigen IR-Abteilungen deutliche De­fi­zite. Dies bezieht sich auf die Reaktionszeit, aber vor allem auf die Qualität der Antworten. Analog zur DAI-Studie scheint dies ein Bereich zu sein, bei dem die größten Defizite zu beobachten sind und bei dem sich im Vergleich zum letzten Jahr am wenigsten getan hat.
   
  

Informationshoheit statt Informationsvielfalt

Diese mangelnde Informationsbereitschaft sowie die zusätzliche Be­obach­tung, dass nur die Hälfte der untersuchten Unternehmen den Interessenten und Anlegern externe Analysteneinschätzungen anbietet, und lediglich ein einziges Unternehmen ein Archiv mit Medienberichten zur Verfügung stellt, kann als ein Indiz dafür genommen werden, dass sich die meisten Unternehmen die „Informationshoheit“ über die ange­mes­­sene Beurteilung des Aktienwertes des eigenen Unternehmens vor­be­halten.
   
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Letzte Änderung: 06.08.2002
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