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Presse und News - Service

Newsletter 2003/ 2

Studie 2003: Internet-Proxy-Voting

Befragung von DAX- und MDAX-Unternehmen zur elektronischen Stimmrechtsübertragung bei Hauptversammlungen

Bei insgesamt 17 DAX und MDAX Unternehmen hatten Aktionäre in den letzten zwei Jahren die Möglichkeit, online mittels einem Proxy Voter über die einzelnen Tagesordnungspunkte einer Hauptversammlung abzustimmen. Im Rahmen einer empirischen Studie der Stuttgarter Unternehmensberatung dr. šonje webconsult in Kooperation mit der Unternehmensberatung Citigate Dewe Rogerson, Düsseldorf geben die deutschen Vorreiter-Unternehmen erstmals Auskunft über ihre Erfahrungen mit dieser innovativen Technik.

Bislang mussten Aktionäre um über die Tagesordnungspunkte einer Hauptversammlung abstimmen zu können, entweder persönlich anwesend sein oder sich durch eine Person vor Ort vertreten lassen. Mit der Änderung des Gesetzes zur Namensaktie und zur Erleichterung der Stimmrechtsausübung (NaStraG) sowie des Transparenz- und Publizitätsgesetzes (TransPuG), haben börsennotierte Unternehmen nun seit etwa zwei Jahren auch die Möglichkeit, Abstimmungen via Internet durchzuführen. Mit dem sogenannten Internet-Proxy-Voting können Aktionäre entweder bis kurz vor der Abstimmung ihr Votum abgeben oder ihr zuvor schon festgelegtes Stimmverhalten noch einmal kurzfristig ändern.

Im Zuge einer umfassenden schriftlichen Befragung wurden alle Projektverantwortlichen der DAX und MDAX Unternehmen, die die neuen technischen Möglichkeiten entweder bereits eingesetzt haben oder deren Einsatz in diesem Jahr erstmals anbieten werden, befragt. Erstmals gibt ein sehr großer Teil der Unternehmen Auskunft über konkrete Erwartungen, Erfahrungen und Zukunftswünsche. Da an der Befragung 12 der 17 möglichen Unternehmen teilgenommen haben (dies entspricht einer Gesamtrücklaufquote von ca. 70 Prozent) kann davon ausgegangen werden, dass die Ergebnisse für Deutschland repräsentativ sind.

Eines der wichtigsten Untersuchungsergebnisse ist, dass sowohl die technischen, wie auch die administrativen Abläufe inzwischen soweit ausgereift sind, dass die Unternehmen kaum über nennenswerte Probleme bei der Online-Abstimmung berichten. Dies gilt sowohl für den Abgleich unterschiedlicher Datenbestände, als auch für die Stabilität der Hard- und Software während der Hauptversammlung sowie für die interne bzw. externe Abstimmung zwischen den Unternehmen bzw. den externen Dienstleistern. Bedingt durch den innovativen Charakter dieses neuen Aktionärsservices wird vornehmlich der juristische Aufwand, der für die rechtliche Absicherung der Unternehmen notwendig ist, als vergleichsweise hoch eingeschätzt. Doch selbst hier haben die Unternehmen sichere Lösungen entwickelt und sich mit entsprechenden Nutzungshinweisen abgesichert.

Entgegen der landläufigen Meinung war die Hauptantriebsfeder der Unternehmen Internet-Proxy-Voting anzubieten nicht die Verringerung der persönlich anwesenden Aktionäre oder die Verbesserung bzw. Beschleunigung der organisatorischen Abläufe während der Hauptversammlung, sondern der Wunsch, Aktionären einen besseren Anlegerservice anzubieten bzw. ausländische Aktionäre stärker zu integrieren und damit die Präsenz des Kapitals auf der Hauptversammlung insgesamt zu erhöhen. Insgesamt betrachtet konnten - laut Selbstauskunft der Unternehmen - alle relevanten Ziele auch weitgehend verwirklicht werden. Die Mehrheit der Projektverantwortlichen in den Unternehmen ist überzeugt, dass sie sich mit dem frühzeitigen Einsatz dieser innovativen Technik deutlich gegenüber anderen Aktiengesellschaften abgesetzt und damit die Bindung des Aktionärs an das eigene Unternehmen gestärkt haben.

Entsprechend der insgesamt sehr positiven Beurteilung, den vergleichsweise geringen Umsetzungsproblemen und der Einschätzung, dass alle relevanten Ziele auch erreicht wurden, werden ausnahmslos alle diejenigen Unternehmen, die bislang Internet Proxy Voting angeboten haben, dies auch in Zukunft weiter anbieten. Darüber hinaus steht eine ganze Reihe an Unternehmen in den Startlöchern und beobachtet die aktuellen Entwicklungen bei den Mitbewerbern sehr genau.

Weiteren Informationen und eine Übersicht aller Pressestimmen zu unserer Studie "Internet-Proxy-Voting 2003" sowie ein Bestellformular finden Sie unter diesem Link.

  


Studie 2003: Hauptversammlung Online - Zwischen Cyber-HV und Aktionärsbuffet

Hauptversammlungen im Internet - Ein Test unter den DAX-Unternehmen

Wäre es angesichts der sinkenden Zahl von persönlich Anwesenden Aktionären bei Hauptversammlung nicht besser, die Präsenz-Hauptversammlung grundsätzlich durch eine rein virtuelle Hauptversammlung zu ersetzen? Im Rahmen einer - im deutschsprachigen Raum - erstmaligen empirischen Untersuchung hat die Stuttgarter Unternehmensberatung dr. šonje webconsult untersucht, wie konsequent deutsche Spitzenunternehmen das Internet im Rahmen einer Hauptversammlung nutzen und wie weit sie den Weg hin zu einer Cyber-Hauptversammlung bereits beschritten haben.

Grundlage der Studie ist ein standardisierter Test, bei dem die Online-Angebote der DAX-Unternehmen zur Hauptversammlung 2003 anhand von ca. 50 formalen und inhaltlichen Kriterien analysiert wurden. Alle Angebote wurden zu drei Zeitpunkten untersucht: zwei Wochen vor der Hauptversammlung, am Tag der HV und nochmals zwei Wochen danach. Die einzelnen Merkmale wurden zu vier Indizes zusammengefasst.

Der Index Basisinformationen beinhaltet grundlegende Informationen rund um das Unternehmen und die Aktie. Im Index Zusatzdienste sind Informationen und Serviceleistungen zusammengefasst, die sich vor allem an Aktionäre richten, die nicht persönlich an der Hauptversammlung teilnehmen können oder wollen, gleichzeitig aber an einer Teilhabe interessiert sind. Im Gegensatz dazu beschreibt der Index Service vorrangig Angebote, die sich an Aktionäre wenden, die entschlossen sind, an der Hauptversammlung auch tatsächlich persönlich teilzunehmen. Im Index Navigationshilfe finden sich schließlich diejenigen Merkmale, die sich auf die unmittelbare Unterstützung der Navigation und damit der Nutzung des jeweiligen Online-Angebotes beziehen.Betrachtet man die Ergebnisse im Überblick, so ergibt sich das folgende Bild. Etwa die Hälfte der untersuchten Unternehmen bietet "ihren" Aktionären zur Hauptversammlung ein insgesamt umfassendes und qualitativ anspruchsvolles Online-Angebot an. Hierzu zählen die Angebote der Deutschen Post, Deutschen Bank, Allianz oder der Münchener Rück. Diese Unternehmen erfüllen sowohl im Hinblick auf Basisinformationen als auch auf Zusatzdienste bzw. Service und Navigationshilfe viele der gestellten Anforderungen. Auffällig ist dabei, dass diese Unternehmen ihren Aktionären nicht nur ein umfassendes Informations- und Servicepaket anbieten, sondern sich ebenfalls um eine mediengerechte Umsetzung bemühen.Im deutlichen Gegensatz dazu stehen Unternehmensangebote, bei denen nicht nur der Informations- bzw. Serviceumfang, sondern auch die mediengerechte Umsetzung deutlich unterhalb der Standards liegen, die durch die meisten anderen DAX-Unternehmen gesetzt wurden. Unproblematisch ist dies bei Informations- und/oder Serviceangeboten, die letztlich "nur" Beiwerk sind und in erster Linie der Profilierung der einzelnen Unternehmen dienen. Kritisch sind derartige Defizite jedoch vor allem dann, wenn sie im Bereich der Basisinformationen auftreten. Namhafte Gesellschaften wie MLP, Altana, HypoVereinsbank, Schering, Henkel oder die BMW Group erreichen selbst beim Index Basisinformationen nicht mal die Hälfte der insgesamt zu erreichenden Punkte.

Der Leiter der Studie, Dr. Deziderio Šonje, weist vor allem auf Defizite bei der mediengerechten Umsetzung hin. "Unsere Ergebnisse zeigen ganz eindeutig, dass ein Teil der Unternehmen ihr "Online"-Angebot in erster Linie als einen reinen "Dokumentenverwaltungsservice" missversteht. Die Aktionäre werden im schlimmsten Fall mit einer Flut an Ausdrucken eindeckt. Bei etwa der Hälfte der untersuchten Internet-Angebote handelt es sich daher faktisch eher um Offline-, als um Online-Angebote". Nach Meinung von Dr. Šonje können "mit derartigen Internet-Angeboten weder die Teilnahmebereitschaft an der Präsenz-Hauptversammlung noch die Akzeptanzbereitschaft für eine virtuelle Hauptversammlung verbessert werden."

Die Ergebnisse zeigen aber auch, dass der Weg zu einer virtuellen Hauptversammlung noch sehr weit ist. Selbst Unternehmen, die bereits heute innovative Dienste, wie etwa Internet-Proxy-Voting anbieten, nutzen Internet-Techniken, die in anderen Branchen bereits zum Standard der Internet-Kommunikation gehören, nur ansatzweise. Es ist daher eher unwahrscheinlich, dass sich die Vision einer virtuellen Hauptversammlung in absehbarer Zeit durchsetzen wird. Entscheidend wird dabei auch sein, ob neben organisatorischen und technischen Aspekten, wie die technische Stabilität der Soft- und Hardware und deren Nutzungstauglichkeit, auch aktionärsrechtliche und kommunikationswissenschaftliche Gesichtspunkte berücksichtigt werden.

"Die Akzeptanzbereitschaft der Aktionäre an einer virtuellen Hauptversammlung teilzunehmen, wird entscheidend davon bestimmt werden, ob deren faktische Umsetzung mit einer Reduzierung ihrer gegenwärtigen Aktionärsrechte einher geht oder ob sie dazu genutzt wird, die Partizipationsmöglichkeiten auszuweiten. Ohne entsprechende Techniken, die etwa das Auskunfts-, Rede- und Antragsrecht der Aktionäre unterstützen, wird deren Akzeptanz- und Adoptionsbereitschaft nicht spürbar steigen" so Dr. Šonje. Davon sind jedoch auch die gegenwärtig besten und innovativsten Online-Angebote noch deutlich entfernt.

Weitere Informationen und eine Übersicht aller Pressestimmen zu unserer Studie "Hauptversammlung Online 2003" sowie ein Bestellformular finden Sie unter diesem Link.

  


Reihe:„Webquality“ : 3.Teil

Qualitätskontrolle unternehmerischer Web-Auftritte in der Praxis

Die Frage der strukturellen und organisatorischen Maßnahmen und Möglichkeiten der Qualitätsmessung von Online-Angeboten ist Kernthema der Reihe "Webquality", mit der sich das Newsletter-Team der dr. šonje webconsult GmbH in insgesamt 4 Ausgaben beschäftigt.

In unserer Serie werden Ihnen Antworten auf Fragen gegeben, die aus den Reihen der Kommunikationsabteilungen kommen. Grundlage dieser Reihe zum Thema Qualitätsmessung im Internet ist eine im Herbst des Jahres 2002 von David Niegisch in Kooperation mit der dr. šonje webconsult GmbH erstellte Diplomarbeit. Anlass der Arbeit war der Trend, die Qualität im Zusammenhang mit der Performance und der Nutzerfreundlichkeit von Websites zu messen, sowie die Frage nach der Güte des Webauftritts im Umfeld der Mitbewerber.

In diesem Teil der Reihe erhalten Sie einen vergleichenden Überblick über die verschiedenen Arten der Qualitätskontrolle von Web-Auftritten. Unsere Reihe endet in der nächsten Ausgabe mit einer kritischen Betrachtung der Ergebnisse der Befragung sowie mit dem Fazit der Untersuchung.

Die Ergebnisse finden Sie hier.

  


Ausblick

Aktuelle Studie: Online-Serviceangebote von Krankenkassen im Test

Im Rahmen einer vergleichenden Wettbewerbsanalyse haben wir die Internetangebote führender deutscher Krankenkassen sowie die einiger ausgewählter Betriebskrankenkassen untersucht. Die Studie wird in nächster Zeit von uns veröffentlicht werden. In der nächsten Ausgabe unseres Newsletters werden wir Ihnen die Ergebnisse dieser Studie vorstellen.

Wir wünschen allen Lesern ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Start in das neue Jahr!

  



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Letzte Änderung: 17.12.2003
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