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Stimmabgabe per Maus-Klick

Befragung von DAX- und MDAX-Unternehmen zur elektronischen Stimmrechtsübertragung bei Hauptversammlungen

14.04.2003


Stuttgart. Bei insgesamt 17 DAX und MDAX Unternehmen hatten Aktionäre in den letzten zwei Jahren die Möglichkeit, Online mittels einem Proxy Voter über die einzelnen Tagesordnungspunkte einer Hauptversammlung abzustimmen. Im Rahmen einer im deutschen Raum erstmaligen empirischen Studie der Stuttgarter Unternehmensberatung dr. šonje webconsult in Kooperation mit der Unternehmensberatung Citigate Dewe Rogerson, Düsseldorf geben die deutschen Vorreiter-Unternehmen erstmals Auskunft über ihre Erfahrungen mit dieser innovativen Technik.       

Bislang mussten Aktionäre um über die Tagesordnungspunkte einer Hauptversammlung abstimmen zu können, entweder persönlich anwesend sein oder sich durch eine Person vor Ort vertreten lassen. Mit der Änderung des Gesetzes zur Namensaktie und zur Erleichterung der Stimmrechtsausübung (NaStraG) sowie des Transparenz- und Publizitätsgesetzes (TransPuG), haben börsennotierte Unternehmen nun seit etwa zwei Jahren auch die Möglichkeit, Abstimmungen via Internet durchzuführen. Mit dem sogenannten Internet Proxy Voting können Aktionäre entweder bis kurz vor der Abstimmung ihr Votum abgeben oder ihr zuvor schon festgelegtes Stimmverhalten noch einmal kurzfristig ändern.

Im Zuge einer umfassenden schriftlichen Befragung wurden alle Projektverantwortlichen der DAX und MDAX Unternehmen, die die neuen technischen Möglichkeiten entweder bereits eingesetzt haben oder deren Einsatz in diesem Jahr erstmals anbie-ten werden befragt. Erstmals gibt ein sehr großer Teil der Unternehmen Auskunft über konkrete Erwartungen, Erfahrungen und Zukunftswünsche. Da an der Befragung 12 der 17 möglichen Unternehmen teilgenommen haben (dies entspricht einer Gesamtrücklaufquote von ca. 70 Prozent) kann man davon ausgehen, dass die Ergebnisse für Deutschland repräsentativ sind.

Eines der wichtigsten Untersuchungsergebnisse ist, dass sowohl die technischen, wie auch die administrativen Abläufe inzwi-schen soweit ausgereift sind, dass die Unternehmen kaum über nennenswerte Probleme bei der Online-Abstimmung berichten. Dies gilt sowohl für den Abgleich unterschiedlicher Datenbestände, als auch für die Stabilität der Hard- und Software während der Hauptversammlung sowie für die interne bzw. externe Abstimmung zwischen den Unternehmen bzw. den externen Dienstleistern. Bedingt durch den innovativen Charakter dieses neuen Aktionärsservices wird vornehmlich der juristische Aufwand, der für die rechtliche Absicherung der Unternehmen notwendig ist, als vergleichsweise hoch eingeschätzt. Doch selbst hier haben die Unternehmen sichere Lösungen entwickelt und sich mit entsprechenden Nutzungshinweisen abgesichert.

Entgegen der landläufigen Meinung war die Hauptantriebsfeder der Unternehmen Internet Proxy Voting anzubieten nicht die Verringerung der persönlich anwesenden Aktionäre oder die Verbesserung bzw. Beschleunigung der organisatorischen Abläufe während der Hauptversammlung, sondern der Wunsch, Aktionären einen besseren Anlegerservice anzubieten bzw. ausländische Aktionäre stärker zu integrieren und damit die Präsenz des Kapitals auf der Hauptversammlung insgesamt zu erhöhen. Insgesamt betrachtet konnten - laut Selbstauskunft der Unternehmen - alle relevanten Ziele auch weitgehend verwirklicht werden. Die Mehrheit der Projektverantwortlichen in den Unternehmen ist überzeugt, dass sie sich mit dem frühzeitigen Ein-satz dieser innovativen Technik deutlich gegenüber anderen Aktiengesellschaften abgesetzt und damit die Bindung des Aktionärs an das eigene Unternehmen gestärkt haben.

Entsprechend der insgesamt sehr positiven Beurteilung, der vergleichsweise geringen Umsetzungsprobleme und der Einschätzung, dass man alle relevanten Ziele auch erreicht hat, werden ausnahmslos alle diejenigen Unternehmen, die bislang Internet Proxy Voting angeboten haben, dies auch in der Zukunft weiter anbieten. Darüber hinaus steht eine ganze Reihe an Unternehmen in den Startlöchern und beobachtet die aktuellen Entwicklungen bei den Mitbewerbern sehr genau.

Anmerkung der Redaktion:
Hintergrund dieser Umfrage ist eine umfassende empirische Marktstudie ("Hauptversammlung Online 2003"), bei der der Einsatz des Internets zur Unterstützung der Durchführung einer Hauptversammlung untersucht wird. Die Studie kombiniert dabei sowohl qualitative als auch quantitative Untersuchungsmethoden.

In einem ersten Schritt werden - mittels einer telefonischen Befragung - diejenigen Unternehmen befragt, die bereits über Erfahrungen, insbesondere bei der Planung und Durchführung von proxy voting via Internet haben. Daran schließt sich eine quantitative Inhaltsanalyse ausgewählter Online-Angebote von Hauptversammlungen an. Hierbei wird auf der Grundlage eines umfassenden Kriterienkatalogs das Dienstleistungsspektrum und die Gebrauchstauglichkeit der einzelnen Online-Angebote vor, während und nach einer Hauptversammlung untersucht.

Die Gesamtstudie wird erst nach dem Ablauf der diesjährigen Hauptversammlungs-Saison erscheinen (voraussichtlich Ende September 2003), allerdings werden von uns Zwischenergebnisse veröffentlicht.

Sollten Sie an weiteren Zwischenergebnissen interessiert sein, bitten wir Sie mit uns in Kontakt zu treten.

 



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