
|
Pressemitteilung
21.11.2001
Amerikanische Zeitungen und Rundfunksender liegen an der Spitze – Große Unterschiede im Einzelnen
Feuerprobe bestanden?
Auf manchen Sites fand 11. September nicht statt
Stuttgart. Der 11. September 2001 ist nicht nur Inbegriff des Terrors und der Zerstörung in New York, dieser Tag kann auch als ein Prüfstein für den Online-Journalismus gesehen werden. Ein Prüfstein, den die meisten Newssites bestanden haben. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Stuttgarter Unternehmensberatung dr. sonje webconsult. 167 vorwiegend deutsche und amerikanische Newssites haben Dr. Sonje und sein Team am 11. und 12. September unter die Lupe genommen und ihre Reaktion auf die Terroranschläge getestet. Die Ergebnisse klafften weit auseinander: Zwar hat die Mehrzahl der Anbieter die historische Dimension des Ereignisses erkannt und angemessen darauf reagiert, bei der mediengerechten Umsetzung trennt sich allerdings die Spreu vom Weizen.
Ein Blick auf das Ranking bestätigt die Vermutung, dass renommierte US-amerikanische Informationsanbietern, wie bspw. „ABC”, „New York Times”, „CNN” oder „NBC” insgesamt die Nase vorn haben. Auch im Hinblick auf die Beurteilung des deutschen Informationsangebotes findet man auf den vorderen Plätzen vor allem bundesweit renommierte Anbieter. Dazu gehören beispielsweise die „Süddeutsche Zeitung“, „SPIEGEL ONLINE“ oder „Die Welt“. Auch ist es angesichts der größeren unmittelbaren Betroffenheit und der letztlich besseren Recherchemöglichkeiten wenig verwunderlich, dass von den 11 Online-Anbietern, die sich die Rangplätze 1 bis 8 teilen, etwas mehr als die Hälfte aus den USA kommt.
Auffällig ist jedoch, dass knapp hinter dieser Spitzengruppe eine ganze Reihe an deutschen Regionalzeitungen zu finden ist. So rangiert das Online-Angebot des „Remscheiders Generalanzeigers“, des „Main-Rheiner“, der „Neuen Westfälischen“ oder der „Ostsee-Zeitung“ nur wenige Punkte hinter dem Angebot von „ABC“ oder der „New York Times“. Wie nahezu alle nationalen oder internationalen News-Anbieter haben auch zahlreiche regionale Anbieter innerhalb kurzer Zeit ihr normales Informations- und Kommunikationsangebot komplett umgestellt und konnten so in den Kategorien „Aktualität“, „Informationstiefe“ und „Interaktivität“ punkten. Bewertet haben die Stuttgarter Forscher dabei nicht nur, wie ausführlich und aktuell die Berichterstattung war, sondern auch, ob den Lesern die Möglichkeit zur Interaktion geboten wurde. BILD ist dafür ein „Musterbeispiel“: In Chats, Foren und Kondolenzbüchern konnten die Leser ihre Meinung zu den Anschlägen kundtun.
Insgesamt lässt sich festhalten, dass im Ländervergleich Amerika mit leichtem Abstand an der Spitze liegt, und im Vergleich nach Mediengattungen die Rundfunksender Zeitungen, Zeitschriften, Portale und Verlage hinter sich lassen.
Überraschungen gab es im untersten Bereich der Liste: Unter den Anbietern, die komplett auf eine Berichterstattung verzichteten, fanden sich nicht nur kleine Lokalzeitungen wie beispielsweise die „Dill-Zeitung“. Auch „Die Woche“ stellte ihr inhaltliches Angebot erst nach dem Untersuchungszeitraum um. Trotz dieser „schwarzen Schafe“ lässt sich insgesamt konstatieren: Der Online-Journalismus hat seine Feuerprobe bestanden!
zurück
|
|
Service

Der Artikel als Druckversion.
Der Artikel zum Download (pdf, 131kb).
|
|
|
|